Freizeit

Bernd-Best-Turnier

Caroline Mülheims, Lambert Geuenich und Lukas Tepasse (k-50 Redakteure) · 03.12.2015

„Les Mambas" aus Frankreich gegen die „Wilden Schwaben Schmiden" © Caroline Mülheims

„Les Mambas" aus Frankreich gegen die „Wilden Schwaben Schmiden" © Caroline Mülheims

Einmal im Jahr werden in Köln beim Bernd-Best-Turnier die besten Rugby-Rollstuhlmannschaften ermittelt. Ein internationales Turnier mit sportlichen Höchstleistungen.

Die favorisierten „Les Mambas" aus Frankreich gegen die „Wilden Schwaben Schmiden". Die gefährlich aussehenden „Mambas" in Schwarz gegen die Schwaben in Rot-Weiß.  Ballgewinn der Schwaben, dann ein schneller Pass und sofort der erste Punkt für die Schwaben nach zehn Sekunden Spielzeit. Ein gutes Umschaltspiel, ein kurzes Duell um den Ball und der zweite Punkt für die Schwaben. Dann wieder Ballbesitz für die „Mambas", Pass bis über die Mittellinie, diesmal kommt der Ball an. Es steht 2:1.

Ein actionreicher Sport

Das war der Anfang eines Spiels im März 2015. Doch es geht auch anders, wie ein Blick in unser Bild- und Videomaterial zeigt. Häufig krachen Rollstühle zusammen, manchmal kippen sie sogar um. Das macht den Sportlern aber nichts aus. Das sind sie gewohnt. Rugby ist ein Sport, der viel Material aber auch Leidenschaft fordert. Im Rollstuhl nochmal doppelt so viel. Und so sieht man hier nicht nur Rollstühle, sondern auch Helfer, die mal eben acht neue Räder tragen und montieren. Die sind hier schnell verbraucht. Doch egal wie brutal man aufeinander auffährt, es bleibt immer fair.

Das sieht man schon am Punktesystem. Es dürfen pro Spiel nach internationalen Regeln nur acht „Punkte“ aufs Feld. Punkte bedeutet Schadenspunkte. Die bekommt jeder Spieler, je nach Stärke seiner Beeinträchtigung. Das ist gut fürs Spiel. Als „Normalo“ könnte man also nicht mitspielen. Erst ab einem gewissen Grad der Behinderung ist es erlaubt, mitzuspielen: Drei Glieder, wie Arme oder Beine, müssen eingeschränkt sein. Aber ihr müsst nicht traurig sein, wenn ihr jetzt unbedingt mal dabei sein wollt: Helfer oder Schiedsrichter werden immer gesucht und erleben mindestens genau so viel Action.

Alle lernen hier voneinander

Im Teamlager sprechen wir mit zwei Spielern, der Kölnerin Sandra Meinert und dem bei Les Mambas spielenden Cyrille Chauvel. „Viele Leute kennen ja schon eine Sportart mit Rollstuhl, aber Rugby ist einfach noch ein bisschen härter“, antwortet Sandra Meinert auf die Frage, was sie an Rugby reizt. „Die meisten kennen das einfach nicht, dass man so brutal mit dem Rollstuhl sein kann. Man kann hier ziemlich coolen und harten Sport sehen.“

„Hier sind so viele Teams, einfach das beste Turnier der Welt“, ergänzt Cyrille Chauvel. Er ist extra aus Westfrankreich angereist, und das schon zum dritten Mal. Wir merken hier in der Halle, wie viel Herzblut jeder in das Turnier und den Sport steckt. „Rugby or not be." Besser kann man es gar nicht ausdrücken!

Das nächste Bernd-Best-Turnier findet vom 12. bis 20. März 2016 in Köln statt.

Tags: Sport

Kategorien: Freizeit