Freizeit

Taxis – Retter in der Not?

Antonia Korn · 24.08.2017

iStockPhoto.com © ivanikova

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Praktisches Wissen für die (nächtliche) Frage der Heimfahrt

Die Silvesternacht ist für viele schon wieder in Vergessenheit geraten, doch die Vorsicht bleibt. Vor allem am Hauptbahnhof sind mehr Polizisten anzutreffen, Sicherheit steht an erster Stelle. Nachts nach einer Party oder Veranstaltung wieder nach Hause zu kommen wird heikler diskutiert als zuvor. Wenn die Bahnen um drei Uhr Nachts immer seltener fahren oder man nicht zu Fuß durch die Innenstadt laufen möchte, bietet das Taxi eine gute Alternative. Die unverkennbaren Wagen mit dem gelben Schild auf dem Dach warten meist zu jeden Tages- und Nachtzeit vor den Bahnhöfen auf zahlende Kunden, die nach einer Möglichkeit für eine sichere Heimfahrt suchen.

Reicht das Geld? Und soll ich alleine zu einem Fremden einsteigen?

Warum aber Taxis seltener in Betracht gezogen werden, liegt vor allem an den hohen Preisen – vor allem nachdem der Taxitarif erhöht wurde. Studenten oder Schüler verfügen nach einer langen Nacht oftmals nicht mehr über das nötige (Klein-)Geld, um sich eine Taxifahrt zu bezahlen, oder sind unsicher, allein zu einem Fremden ins Auto einzusteigen. Dazu kommt die große Auswahl. Momentan gibt es so viele Taxianbieter wie noch nie. Von daher ist es praktisch zu wissen, welcher Preis wahrscheinlich auf einen zukommt, welche Regeln von den Taxifahrern eingehalten werden müssen und warum man sich im Taxi grundsätzlich sicher fühlen kann.

Meine Taxirechte

  • Egal welche Tageszeit: es gilt immer ein Grundtarif (3.50 Euro)
  • Wenn das Taxischild leuchtet, haben die Fahrer Beförderungspflicht
  • Man darf sich sein Taxi generell aussuchen
  • Auch die Fahrroute kann von dem Kunden gewählt werden

Der Preis: in Köln liegt der Grundtarif bei 3.50 Euro

Ihr könnt euch im Internet bereits vor der Fahrt euren ungefähren Tarif ausrechnen lassen, beispielsweise bei www.taxi-rechner.de. Nachts und an Wochenenden können sich die Preise schon mal um zehn Cent pro Kilometer erhöhen, doch der Minutenpreis und der Grundtarif bleiben immer gleich. Sobald das Taxi losfährt, könnt ihr auf dem Taxameter den steigenden Preis mitverfolgen. Der Grundpreis besteht sowohl, wenn man in ein haltendes Taxi an einem Taxistand einsteigt, als auch bei der Bestellung eines Taxis. Jedoch unterscheiden sich die Preise im Land, da die Städte die Taxitarife festlegen. Zum Beispiel liegt der Grundpreis in Berlin bei 3.90 Euro, in Bonn jedoch nur bei 2.60 Euro. Köln liegt mit 3.50 Euro im Mittelfeld.

Sicherheit: Köln liegt europaweit laut ADAC auf Platz drei

Der ADAC teste vor zwei Jahren 160 Taxifahrten in acht deutschen Großstädten. In Köln erhielten vier von fünf Fahrten die Note gut und eine Fahrt die Note ausreichend. Damit bewegt sich die Domstadt im deutschen Mittelfeld.

Für einen kölschen Taxifahrer gilt: Man braucht eine Konzession, um ein Taxi fahren zu dürfen. Dafür müssen die Fahrer eine Ortskundeprüfung bei der Stadt Köln machen, wo geprüft wird, wie gut sich ein Taxifahrer in der Umgebung auskennt. Es besitzen zwar viele ein Navi, aber eigentlich ist es Standard, sich auch ohne elektronische Hilfe zurechtzufinden. Die Durchfallquote liegt bei der Prüfung bei ganzen 40 Prozent. Um die persönliche Zuverlässigkeit zu garantieren, muss ein Fahrer außerdem alle fünf Jahre ein leistungspsychologisches Gutachten vorlegen und frei von Vorstrafen sein. Wenn man also in ein Taxi steigt, kann man sich sicher sein, dass es sich um geprüfte und zuverlässige Fahrer handelt, die den schnellst möglichsten Weg zum Ziel kennen. Falls man als Fahrer merkt, dass absichtlich Umwege gefahren werden, um den Fahrpreis zu erhöhen, kann man über die Taxinummer, welche meistens auf der Heckscheibe oder am Kennzeichen vorzufinden ist, den Fahrer bei der Aufsichtsbehörde der Stadt anzeigen. Das kann den Taxifahrer Bußgeld oder sogar den Entzug seiner Konzession kosten.

Die drei bekanntesten Unternehmen

TAXI RUF: Mit 1200 Taxen und 140 Stellplätzen die wohl bekannteste und größte Vereinigung Kölner Taxiunternehmen. Der Taxiverbund zeichnet sich auch durch seine Zusatzleistungen aus, wie den Event-Shuttle, der schon im Vorfeld gebucht werden kann. Außerdem gibt es sogenannte „Taxi-Guides“, eine private Stadtrundfahrt im Taxi mit ausgebildeten Fahrern, die den Kunden allerlei über die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten erzählen.

Taxi 17: Eine neue Taxivermittlung in Köln, welche aus Unternehmern besteht, die sich zusammengeschlossen haben, um einen neuen Standard zu schaffen. Sie setzen darauf, dass sich ihre Kunden sicher fühlen und rundum zufrieden sind. Qualität soll groß geschrieben werden und die Preise dabei trotzdem gleich bleiben. Wenn das Taxi bestellt ist, erhält der Kunde eine SMS mit der Taxinummer und der geschätzten Wartezeit, bis der bestellte Wagen da ist. Die Aufschrift: „taxi17“ kennzeichnet die Wagen, außerdem ist die Taxinummer am Kennzeichen zu erkennen.

Mytaxi: „Die erste Taxi-App, mit der man ein Taxi bestellen, bezahlen und bewerten kann“, heißt es in der Beschreibung. Die App konnte bereits Erfolge wie „App des Jahres“ erzielen. Bei diesem Anbieter wird alles über das Smartphone geregelt. Sei es das Taxi bei seinem Weg live zu verfolgen oder anschließend zu bezahlen.

Natürlich gibt es noch viele weitere Unternehmen.

Oder doch ganz anders? Alternativen zum Taxi

Wer Wert auf Umweltfreundlichkeit legt, kann in Köln tatsächlich auch mit einer „Rikscha“ befördert werden. Laut „Rikolonia“, einem der (zahlreichen!) Unternehmen, sind diese im verstopften Verkehr oft schneller und können innerhalb Kölns die eine oder andere Abkürzung nehmen. Berechnet wird dabei nicht nach Kilometern, sondern nach Minuten. Aber auch für Rundfahrten oder sogar Hochzeitsfahrten kann gebucht werden.

Mittlerweile gibt es zahllose Möglichkeiten, sich die Heimfahrten noch mehr zu erleichtern. Von der KVB wurden ganze Nachtfahrpläne (auch fürs Wochenende) bereitgestellt und es gibt sogar die Möglichkeit sich dreißig Minuten vor Antritt ein TaxiBus oder ein Anruf-Sammel-Taxi von der KVB zu bestellen. Diese fahren allerdings nur bis 1 Uhr nachts. Die Auswahl ist somit weitaus größer, als mancher denkt!

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