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„Musical? – Das kann man studieren?!“

Raphael Heumann (k50-Redakteur) · 02.12.2015

Zoe Föllner (Mitte) aus Bonn beim Vorbereitungsseminar der Stage School in Hamburg © Raphael Heumann

Zoe Föllner (Mitte) aus Bonn beim Vorbereitungsseminar der Stage School in Hamburg © Raphael Heumann

Eine Karriere als Tänzer: Damit das kein Traum bleiben muss, bietet die Stage School in Hamburg Vorbereitungsseminare an. Hier lernen die Teilnehmer tänzerische Grundlagen, um sich an Schulen zu bewerben.

Ausgefallene Kostüme, bewegende Stories und ein großes Angebot an Ohrwürmern: Musicals sind allseits beliebt bei Musik- und Schauspielbegeisterten. Ob Tarzan, Der König der Löwen oder Mamma Mia – alle Stücke faszinieren durch eine originelle und unvergleichliche Atmosphäre. Bei manchen Menschen wecken sie sogar den Traum, selbst einmal auf der Bühne zu stehen. Ein harter Job, denn jeden Abend heißt es: Vorhang auf! Immer wieder aufs Neue müssen die Darsteller das Publikum in den Bann ziehen. Ständig müssen sie in ganz unterschiedliche Rollen schlüpfen, um ihr Publikum zu unterhalten, zum Lachen zu bringen, zu berühren.

Wer einen solchen Traum hat und möchte, dass er einmal in Erfüllung geht, muss einiges auf sich nehmen. So wie Zoe Föllner. Die 17-jährige Bonnerin hat sich entschieden, ihr größtes Hobby zum Beruf zu machen. Sie besucht momentan ein Vorbereitungsseminar der Stage School in Hamburg, wo sie professionell auf dem Weg ins Rampenlicht begleitet wird. Danach möchte sie sich an verschiedenen Universitäten und Schulen bewerben, um einen Studien- oder Ausbildungsplatz zu bekommen. Raphael Heumann hat mit Zoe Föllner für k50-Magazin über ihren großen Traum gesprochen.

k50-Magazin: Was genau lernt man an einer Musicalschule?

Zoe Föllner: Man macht dort eine Drei-Sparten-Ausbildung in Tanz, Gesang und Schauspiel, damit man später in jedem Bereich arbeiten kann. Im ersten Jahr startet man mit Grundfächern wie Ballett, Schauspiel und Gesang. Später kommen dann noch andere Fächer dazu, die das Gelernte zu dem machen, was man dann später auf den Bühnen sieht.

Und was lernst du über dich selbst?

Wenn man jeden Tag sein Können beweisen muss, bekommt man mehr Selbstbewusstsein und tritt offener auf. Auch erlangt man ein besseres Körpergefühl, da man beim Tanzen über sich hinauswächst.

Warum Musicaldarstellerin?

Ich wusste schon immer, dass ich etwas mit Gesang machen möchte und dann meinte einmal ein Freund zu mir: „Studier doch Musical!“ Meine erste Reaktion war: „Musical? - Das kann man studieren?!“ Ich liebe einfach das Singen und Tanzen. Mein Ziel ist es, später mit dieser Leidenschaft Geld zu verdienen. Kein Beruf würde mich mehr erfüllen. Man hat zwar später keinen festen Job und kommt ziemlich viel rum, aber das Risiko nehme ich auf mich, weil es um einen großen Traum geht, der in Erfüllung gehen kann.

Wie sieht der Unterricht aus?

Wir sind nur zu neunt im Vorbereitungsseminar und wie eine kleine Familie. Da ist es wichtig, die anderen zu kritisieren und zu loben. Auch im Musiktheorieunterricht wird man mit einbezogen und muss erkennen, um welches Intervall oder welche Taktart es sich handelt. Aber keine Sorge, das lernt man alles dort. In den Mittagspausen essen wir immer gemeinsam und feilen an unseren Choreos. Das Motto lautet sozusagen „learning by doing“.

Wer unterrichtet euch?

Alle unsere Lehrer haben schon in Musicals oder andere Stücken mitgespielt, getanzt oder Opern gesungen. Besonders beeindruckend finde ich meine Lehrerinnen in Gesang und Jazz, weil sie uns etwas beibringen und uns gleichzeitig motivieren.

Tags: Musik , Sport , Tanz

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