Kunst/Literatur & Co.

„Dann bin ich einfach Carlo“

Anna Fredebold/Thomas Lipke (k50-Redakteure) · 15.03.2017

Immer mit Maske: der Musiker Cro © Delia Baum

Immer mit Maske: der Musiker Cro © Delia Baum

Raop-Star Cro spricht mit k50-Magazin über seine Maske, Conchita Wurst und Homer Simpson.

k50-Magazin: Hallo Carlo. Welche Frage wurdest du bei Interviews eigentlich am häufigsten gefragt?

Carlo: Warum trägst du eine Pandabär-Maske? Die Frage wollt ihr doch sicherlich auch stellen. (lacht)

Ja, irgendwie interessiert es uns schon!

Ich hab die einfach so genommen. Pandas lieben alle, naja. Ich und mein Kumpel Psyko, zwei Idioten vor dem Laptop, haben eine Maske gesucht. Irgendwie sahen alle Scheiße aus – bis auf Panda und Eisbär. Es gab richtig komische Sachen, wie einen Elefanten mit so Riesen-Ohren, voll bescheuert. Dann haben wir unsere Favoriten bestellt und der Pandabär hat dann besser gepasst.

Willst du es machen wie Sido und deine Maske irgendwann abnehmen?

Nein. Jetzt im Moment und in näherer Zukunft denke ich nicht. Die Maske ist meine andere Welt. Ich kann zwischen Carlo und Cro eine Art Grenze ziehen. Ich kann ganz normal mit der Bahn fahren, ohne dass mich Leute ansprechen, erkennen oder ein Autogramm von mir wollen. Außerdem gibt es so viele Vorteile: Ich sehe immer gut aus, ich bleibe immer jung …

Hat schon mal jemand versucht dir die Maske abzureißen?

Nein. Nicht ein einziges Mal!

Da ja kaum einer weiß, wie du aussiehst: Hat dich auf der Bühne schon mal jemand vertreten?

Nee. Nur auf dem Echo haben wir mal einen Reporter geschickt, der wissen wollte, wie es ist, ich zu sein. Dann durfte er als Cro auf den ECHO.

Beim ECHO gab es doch den Auftritt mit dir und den ganz vielen Masken, wo das Publikum erraten musste, wer jetzt „der echte Cro“ ist …

Ja. Ich wollte eigentlich noch selber dabei sein. Aber ich bin einfach mit dem Preis und …

(Wir fallen ihm ins Wort) Also, da warst du gar nicht dabei? Das Publikum konnte dich also gar nicht finden?

Weiß man‘s? (grinst) ... Nee, war ich nicht. Ich hatte den Preis in der Hand und hab’ mich bedankt. Bin dann durch dieses Tor und dann hat es geheißen, ich hab’ 30 Sekunden um mich umzuziehen. Dann hab’ ich den Preis abgestellt, Schuhe ausgezogen und schlüpf’ gerade in die neuen hinein und in dem Moment ging dann die Tür auf. Also hatte ich eigentlich nur sechs Sekunden Zeit. Und dann dachte ich: ok, jetzt bleibst du halt hier, ist jetzt auch egal. Sorry.

Wissen denn die Leute in deiner Umgebung, wer du bist?

Meine Freunde, na klar. Aber auch Bekannte und Leute aus meiner Heimat, die mich vielleicht nur einmal gesehen haben. Die wissen das schon, es spricht sich rum.

Ist das denn nicht komisch, wenn du im Club stehst und dann ein Lied von dir kommt und alle tanzen darauf. Und sie vergessen, dass du da mitten drin bist?

Ja, das ist ein lustiges Spiel. Eigentlich das beste, das ich je gespielt habe und auch das längste. Und der positive Nebeneffekt dabei ist: Es macht echt megaviel Spaß.

Es gab einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung, in der ein Foto zu sehen war, welches angeblich du sein solltest. Wie reagierst du darauf?

Ich kann ja bei allen Fotos der Welt sagen, dass ich das nicht bin. Die Publicity weiß ja nicht, wie ich aussehe. Ich kann alles leugnen. Und alle anderen können drucken was sie wollen. Ob das stimmt oder nicht, müssen die Leser dann für sich entscheiden.

Was ist ein normaler Tag für Cro?

Ein normaler Tag? Cro muss viel zu früh aufstehen, um 8 Uhr oder so. Dann kommt Cro ein bisschen zu spät, alle warten schon. Nach Interviews oder Besprechungen fahren wir dann irgendwo hin, Hamburg oder so. Und dann kommt der Auftritt. Und das Feiern wird dann in der Nacht nachgeholt.

Und wie sieht ein normaler Tag bei Carlo aus?

Carlo chillt zuhause. Steht gegen 11 Uhr auf. Dann macht er den ganzen Tag Musik und guckt abends manchmal noch einen Film und geht dann wieder schlafen.

Wie oft gibt es Carlo und wie oft Cro?

Letztes Jahr hatte ich viel um die Ohren. Cro war dann 365 Tage am Start. Dieses Jahr gefällt mir persönlich besser. Das Verhältnis war ausgeglichener und einfach entspannter. Ich konnte mich mehr zurücklehnen und auch mal nur zuhause Mucke machen. Aber über den Sommer hinweg gibt es wieder nur Action.

Tags: Musik

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