Kunst/Literatur & Co.

Das wird Kult sein auf dem Schulhof

Levke Eilers/Rafael Heumann · 24.08.2017

Kostja Ullmann, Levke Eilers, Rafael Heumann und Eko Fresh (v.l.n.r.) © Christoph Neumann

Kostja Ullmann, Levke Eilers, Rafael Heumann und Eko Fresh (v.l.n.r.) © Christoph Neumann

Kostja Ullmann und Eko Fresh berichten von den Dreharbeiten zu ihrem neuen Film, über Ayran im Fläschchen, Bauchtanz am Set und ihren eigenen Kinderwunsch.

Entspannt sitzen Kostja Ullmann und Eko Fresh auf der schwarzen Couch in der eleganten Lounge eines Kölner Hotels. Beide machen einen sehr lockeren Eindruck und geben gelassen Auskunft zu ihrem Film „3 Türken und ein Baby“. Man merkt, dass die zwei gerne zusammenarbeiten und sich auch privat bestens verstehen. Zwar fehlt der Dritte und Älteste im Bunde, Kida Ramadan, aber selbst das kann ihre gute Laune nicht trüben. Sie erzählen lachend kleine Geschichten vom Set. Offen stehen sie Rede und Antwort und schnell wird klar, dass ihnen der Film am Herzen liegt. Was sie alles erlebt haben und was so Lustiges vor der Kamera passiert ist? Lest selbst!

k50-Magazin: Von drei Türken sind immerhin zwei hier. Aber wo ist das Baby?

Eko: Das kommt heute nicht.

Kostja: Es wird bei der Premiere wahrscheinlich schon so groß sein, dass wir es nicht mehr wiedererkennen.

Wie wurde es gecastet?

Kostja: Clara ist gut gelaunt hinter einem Ball her gekrabbelt und der Regisseur wusste sofort: Die ist es! Wir brauchten ihre drei Doubles auch kaum, weil sie es echt super gemacht hat.

Eko: Überall waren Babys. (lacht)

Im Film wohnt ihr als Brüder mit über 30 noch zusammen. Auch während der Dreharbeiten habt ihr unter einem Dach gewohnt. Seid ihr euch auf die Nerven gegangen?

Eko: Nee, jeder hatte ja ein eigenes Zimmer. (beide lachen)

Kostja: Überhaupt nicht, eher im Gegenteil. Wir haben häufig abends noch zusammen auf der Dachterrasse gechillt. Wir verstehen uns sehr gut und haben immer noch Kontakt. Auch mit dem Regisseur Sinan Akkus hatten wir ein richtiges Buddy-Verhältnis.

Wäre so eine chaotische Brüder-WG auch privat etwas für euch?

Eko: Ich glaube nur zeitweise, kommt aber auch immer auf die Situation an. Im Film wohnen die Brüder ja auch eher der Umstände wegen zusammen und sind nicht so zufrieden mit der Situation. Trotzdem halten sie zusammen.

Kostja: Ich selbst war nie ein WG-Mensch, deswegen kann ich es mir nicht vorstellen. Zeitweise war es lustig, aber auf Dauer kann das auch in die Hose gehen, wie im Film.

(Ekos Handy klingelt. Kida ruft an. Eko: „Ihr seht, er ist mental dabei.“)

Wie läuft so ein Filmprojekt ab?

Kostja: Zuerst geht man zum Casting. Das hat schon so viel Spaß gemacht. Kida ist wahnsinnig witzig. Mit Sinan zusammen ist es eine explosive Mischung. Vor dem Dreh haben wir uns alle zusammengesetzt, die Rollen besprochen und geprobt. Gefilmt wurde dann zwei Monate. Ich hab mich sehr gefreut, dass wir als Vierergespann zusammengearbeitet haben.

Worin unterscheiden sich die drei Türken von anderen Vätern?

Kostja: Das Klischee sagt, türkische Männer können nicht mit Kindern umgehen. Auch die Brüder haben so ihre Probleme mit der Kleinen und kommen auf unglaubliche Ideen.

Eko: Kostja will ihr auch einmal Ayran im Fläschchen geben. (lacht) Das sind so die Hindernisse bei drei türkischen Vätern.

Kostja: Der Film spielt zwar mit Klischees, aber sehr liebevoll. Er ist aus dem Leben gegriffen und ernst gemeint, aber immer mit einem kleinen Augenzwinkern.

Eko: Die Brüder sind auch nicht typische Türken, sie haben bloß den türkischen Hintergrund. So ähnlich, wie das bei der Generation im wahren Leben auch ist. Die Klischees sind also nicht das, worauf der Film hinaus will.

Hat Filmbaby Clara euren Kinderwunsch beeinflusst?

Kostja: Ja, keine Kinder! (lacht) Nein, Quatsch, es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Am Anfang hat es gedauert, bis sie gecheckt hat, dass wir alle ganz nett sind. Aber am Ende war es toll mit ihr. Es wird spannend, sie bei der Premiere wiederzusehen.

Eko: Kostja hatte die meisten Szenen mit dem Baby und ich hab gegen Ende gesehen, dass die beiden schon eine richtige Bindung hatten. Clara wollte dann immer zu ihm.

Kostja: Bei dir ging es ja auch noch. Bei Kida war es echt immer schwer mit ihr. (lacht)

Eko: Aber irgendwann möchte ich auch Kinder haben. Irgendwann.

Wie war es mit einem Baby zu arbeiten? Worauf muss man achten?

Eko: Ich hab gehört, dass es immer schwierig ist, mit Babys und Tieren zu drehen. (lacht)

Kostja: Es dreht sich halt alles ums Kind. Du musst auf seine Stimmung reagieren. Es gab auch Szenen, wo es einfach keinen Bock hatte und nur weinte. Da hieß es: Okay super, machen wir einfach eine weinerliche Szene.

Eko, wie war es für dich, zum ersten Mal einen Film zu drehen?

Eko: Ich habe vorher Schauspielstunden bekommen. Das war sehr ungewohnt. Dann hatte ich auch noch die erste Szene im ganzen Film. Und zwar direkt eine Art Monolog, weil ich telefoniert habe und am anderen Ende ja eigentlich gar keiner war. Es war eine emotionale Szene und eine große Überwindung. Nach ein paar Tagen ist dann aber der Knoten geplatzt.

Tags: Film

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